Neuerscheinungen

HACKER, Hanna: Queer Entwickeln. Feministische und postkoloniale Analysen.

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Dieser Band trägt in feministischer Perspektivierung zu einer kritischen Reflexion globaler Ungleichheit bei. Zur Diskussion gestellt werden aktuelle sozial- und kulturwissenschaftliche Aspekte entwicklungs- und globalisierungskritischer Intervention.

Das Themenspektrum umfasst dabei populäre westeuropäische Fiction ebenso wie Abenteuerstories aus dem britischen Empire, Jacques Derrida in Johannesburg oder Julia Kristeva in China – und schließlich die Erfahrungsräume der Autorin selbst, zwischen Entwicklungspraxis in Westafrika und universitären Kämpfen in Österreich. Hanna Hacker befragt Konzepte aus den feministischen, queeren und post­kolonialen Theorien, aus den Critical Whiteness Studies, ­Border Studies und radikalen Ansätzen der Kritischen Geografie auf ihren Nutzen für ein Verständnis internatio­naler Ungleichheitsverhältnisse, transkultureller Gewalt und transkulturellem Wissen.

Schwerpunkte bilden die Gegenlektüre von Theorien und Praktiken der Internationalen Zusammenarbeit, der Begriff des Begehrens und Politiken des Erinnerns und der Geschichtsschreibung.

270 Seiten
Format 12×19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-611-7

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PRAGER, Christoph: Ratingagenturen. Funktionsweisen eines neuen politischen Herrschaftsinstruments.

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Im Zuge der europäischen Schuldenkrise seit Ende 2009 zählen Rating-Agenturen zu den prominentesten Neuankömmlingen in der Arena der öffentlichen Wahrnehmung. Es gibt zwar verschiedenste Standpunkte zu ihrer Rolle in der vorherrschenden Krise, doch der maßgebliche Einfluss dieser Institutionen auf die betroffenen Staaten und Finanzmärkte erscheint als unumstritten.

Das Buch stellt erstmals genau die Frage nach dem Ursprung dieses Einflusses, der als explizit politisches Phänomen aufgezeigt wird. Auf welchen historischen und strukturellen Veränderungen basieren solche Einflussnahmen, wie werden sie durch internationale Regulationsmechanismen unterstützt und wie stehen sie schließlich in Zusammenhang mit der Nützlichkeit von Ratings für die Teilnehmer der Finanzmärkte?

Die Schuldenkrise in Griechenland bietet den aktuellen Hintergrund zu der all diese Fragen der politischen Wirkungsmacht der Ratingagenturen in Bezug gesetzt werden.

172 Seiten
Format 12×19
englische Broschur
14.90 €
ISBN: 978385476-610-0

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CLEAVER, Harry: ”Das Kapital” politisch lesen. Eine alternative Interpretation des Marxschen Hauptwerks. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Renate Nahar, herausgegeben von Martin Birkner

 

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Harry Cleavers Buch erschien erstmals 1979 in englischer Sprache und gilt als zentraler Text der sogenannten “politischen Lesart” des Marxschen Kapitals. Als solcher wurde das Buch im angloamerikanischen Sprachraum breit rezipiert, erfuhr mehrere Neuauflagen und wurde unter anderem ins Türkische und Koreanische übersetzt. Cleaver, der Strömung des autonomen Marxismus nahestehend, entwickelte seinen methodischen Zugang unter anderem im Anschluss an italienische marxistische Denker wie Antonio Negri oder Mario Tronti.

Nach Cleaver stellt das Kapital in erster Linie eine theoretische Waffe der Kämpfe gegen Ausbeutung und Entfremdung dar und nicht eine von sozialen Verhältnissen und Auseinandersetzungen unabhängige wissenschaftliche oder philosophische Arbeit. Dementsprechend ist seine Marxlektüre in größerer Nähe zu sozialen Bewegungen und Klassenkämpfen und an den Veränderungen der Zusammensetzung der ArbeiterInnenklasse angesiedelt als sogenannte “marxologische” wissenschaftliche Forschungsrichtungen. Cleaver entwickelt seine Lesart des ersten Kapitels des Kapitals aus den Grundkategorien – wie jene der Ware und des Geldes -, mit Hilfe derer Marx die elementaren Formen kapitalistischer Herrschaft nachzeichnet.

Die Tatsache, dass Cleavers Buch bereits vor über 30 Jahren erstmals veröffentlicht wurde, hat der analytischen Schärfe des Textes keinen Abbruch getan; für die deutsche Ausgabe verfasste Harry Cleaver ein ausführliches Vorwort, in dem er sowohl auf die Rezeptionsgeschichte seines Buches als auch auf die aktuelle Krise des Kapitalismus näher eingeht.

286 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-604-9

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GANGULY, Sanjoq: Forumtheater und Demokratie in Indien. Herausgegeben und übersetzt von Birgit Fritz

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Indische Theaterarbeit zwischen Marx und Vivekananda: Das Theater der Unterdrückten wurzelt im Lateinamerika der 1960er und 70er Jahre. Es hat nicht nur vergangene Diktaturen erfolgreich überlebt, sondern meistert nun auch den Sprung ins 21. Jahrhundert. Das friedensfördernde, demokratisierende »Menschenrechtstheater« wird aktuell auf allen Kontinenten und in vielen Ländern, von Singapur bis nach Kolumbien, praktiziert.

Die indische Theaterbewegung Jana Sanskriti und ihr Gründer Sanjoy Ganguly stellen dabei laut Augusto Boal (dem Begründer der Methode), die wichtigsten außer­brasilianischen Exponenten dar. Mit einer direkten und informellen, jedoch sehr reflektierenden Art beschäftigt sich dieses Buch mit Fragen der Macht und Hierarchie, Bildungsmodellen und Demokratie, sowie dem Verstehen und der Umsetzung einer performativen Ästhetik eines »Theater als Politik«.

Mit einleitenden Texten von Gerald Faschingeder, Birgit Fritz und dem englischen Herausgeber Ralph Yarrow.

268 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19,90 €
ISBN: 978385476-605-6

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SOMMER, Robert: Wie bleibt der Rand am Rand. Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion

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Das System, das sich weltweit durchgesetzt hat, wäre nicht stabil, wenn es nicht ständig einen ausreichend breiten sozialen Rand reproduzierte. Eine soziale Schicht nämlich, deren Integration – entgegen jeder politischen Rhetorik – nicht vorgesehen ist.
Der Autor Robert Sommer, Mitbegründer und Blattmacher der Wiener Straßenzeitung Augustin, »sammelte« die Techniken des Ausschlusses und der Stigmatisierung, soweit er sie in den bisher 16 Jahren des Bestehens des Augustin-Projekts durchschauen lernte.
Jedes Kapitel, jede Reportage in diesem Buch widmet sich einer spezifischen Methode, Integration zuverlässig scheitern zu lassen: die Methoden der staatlichen Strafe, der Dauerentwürdigung von Menschen in Heimen aller Art, der »sozialen Säuberung« kommerzorientierter Stadtzonen, der Pathologisierung normabweichenden Verhaltens, der Kriminaliserung des Bettelns etc.
Robert Sommer fügte seinen Erfahrungen über die »Phantasie« und die »Kreativität«, mit der die systembewahrenden Kräfte ihr Handwerk der Stigmatisierung und des Ausschlusses betreiben, den im deutschen Sprachraum nur wenig rezipierten Analysen vorwiegend französischer Sozialwissenschaftler bei. Diese stellen mit ihrer These von existenzieller systemischer Relevanz einer nicht integrierbaren Randschicht eine Herausforderung für Theorie und Praxis der sozialen Arbeit in Österreich dar.

152 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
9.90 €
ISBN: 978385476-606-3

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FOLTIN, Robert:
Und wir bewegen uns noch. Zur jüngeren Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich

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Motiviert durch die Intensität der universitären Protestbewegungen im Herbst 2009, aber auch von internationalen Aufständen und Revolten, zeichnet der Band von Robert Foltin die jüngere Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich nach. Das kapitalistische Weltsystem veränderte sich in den letzten Jahren durch eine Verschiebung der ökonomischen und politischen Gewichte in Richtung globaler Süden. Die Krise nationalstaatlichen Repräsentationsformen setzte sich auch hier fort und – oft wenig spektakulär – bereiteten neue Aktivitäten und Initiativen die künftigen Bewegungen vor.
Eine neue Hausbesetzer_innenbewegung, queer-feministische Aufbrüche, Widerstände im Sozial- und Bildungsbereich und andere waren nur Vorläufer für die Revolten im Herbst 2009. Diese muss auch als Teil einer neuen internationalen revolutionären Entwicklung gesehen werden, die ihren Ausdruck in den weltweiten Bildungsprotesten findet, aber auch in Aufständen wie etwa 2008 in Griechenland oder 2011 (nicht nur) im arabischen Raum. Die Kommunikation und Zusammenarbeit läuft – wie 1968 – weniger über formale Organisierung, sondern durch Resonanz und inhaltlichen Austausch. Paradigmatisch dafür war die studentische Bewegung in Österreich, die durch internationale Kämpfe beeinflusst wurde und umgekehrt auf Universitäten in ganz Europa und darüber hinaus ausstrahlte.
Aus dem Blickwinkel der emanzipatorischen Bewegungen entwirft der Autor ein Bild gesellschaftlicher Veränderungen – nicht nur in Österreich.

288 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
15.00 €
ISBN: 978385476-602-5

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EXNER, Andreas / FLEISSNER, Peter / KRANZL, Lukas / ZITTEL, Werner (Hg.):
Kämpfe um Land.Gutes Leben im post-fossilen Zeitalter

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2008 zeigte sich die harte Realität der kapitalistischen Ökokrise: steigende Preise bei Erdöl und Nahrungsmitteln und ein weiterer Schub der Verelendung, der die Hoffnung auf allgemeinen Wohlstand durch Wirtschaftswachstum immer unglaubwürdiger macht. Energie- und Nahrungsmittelpreise steigen seit 2010 erneut, der “unterirdische Wald” in Form von Erdöl ist zur Hälfte “abgeholzt”. Für das energiehungrige Kapital wird nun der Zugang zu Land entscheidend, die nutzbare Erdoberfläche ist jedoch begrenzt und für Menschen im Süden eine Überlebensgrundlage.
Eine Welle neuer Landnahmen für biogene Kraftstoffe, Nahrungsmittel für den Milch- und Fleischkonsum westlicher Prägung hat deshalb katastrophale Auswirkungen: Die Lebensperspektiven ganzer Bevölkerungsgruppen werden zugunsten von Automobil, Fleisch & Co. zerstört. Eine Alternative ist möglich: Sie besteht in solidarischen Ökonomien und sozialen Innovationen. Energie, Rohstoffe und Nahrung sind möglichst versorgungsnah herzustellen. Landnutzung sollte gemeinschaftlich reguliert werden, wobei das Recht auf Nahrung im Zentrum stehen muss. Das Buch basiert auf einem Projekt des Österreichischen Klima- und Energiefonds und vermittelt neueste Forschungsergebnisse zu Ressourcen, Krise und Alternativen in klar verständlicher Sprache.
mit Texten von: Elmar Altvater, Andreas Exner, Peter Fleissner, Margot Geiger, Gerald Kalt, Lukas Kranzl, Christian Lauk und Werner Zittel

254 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-603-2

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Arbeitskreis gegen den kärntner Konsens (Hg.):
Friede, Freude, deutscher Eintopf. Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest

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Die Beiträge zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur fokussieren auf die spezifische Situation in Kärnten/Koroska und das umstrittene Ulrichsbergtreffen, eines der größten Treffen von Veteranen der nationalsozialistischen Wehrmacht und (Waffen-)SS in Europa. Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht.

Ab 2005 fanden jährlich Gegenveranstaltungen – unter anderem in Form von Zeitzeug_innengesprächen, Stadtspaziergängen und Demonstrationen – statt. Dass 2009 das Bundesheer seine Unterstützung des Ulrichsbergtreffens zurückzog und die geplante 50 Jahr-Feier daraufhin abgesagt wurde, ist als Erfolg dieser Protestaktivitäten zu werten.

Der Bogen der Beiträge reicht von einer Auseinandersetzung mit den Traditionsbezügen des Bundesheeres und deren Veränderung in den letzten Jahren, über die spezifisch kärntnerslowenische Geschichte von Widerstand und Verfolgung, bis zur kaum diskutierten Frage nach dem Andenken von NS-Täter_innen in der Wissenschaft. Ausgehend von den verdrängten Geschichten unterschiedlicher Opfergruppen werden verschiedene Aspekte der nationalsozialistischen Ideologie, Politik und Verfolgung an Hand des regionalen Kontexts deutlich gemacht. Die Thematisierung des Zusammenhangs von Desertion und Partisan_innenkampf bereichert die Debatte um die Opfer der NS-Militärjustiz um eine zusätzliche Facette. Mit kritischem Blick und auf Basis umfangreicher Recherchen leistet die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Analyse österreichischer Geschichtspolitik.

Nähere Informationen zum Buch finden sich unter http://www.u-berg.at/

420 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-601-8

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Christof Mackinger und Birgit Pack (Hg.):
§278a: Gemeint sind wir alle. Der Prozess gegen die Tierbefreiungs-Bewegung und seine Hintergründe

400 Seiten, € 16,90
ISBN 978-3-85476-600-1

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Wider die Kriminalisierung sozialer Bewegungen!

Exzessive Überwachung, monatelange U-Haft und offensichtlich konstruierte Vorwürfe: Wegen der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation“ standen 13 Tierrechtsaktivist_innen in einem der größten und kontroversesten Prozesse Österreichs vor Gericht.

Im Buch zum Prozess berichten Betroffene von ihren Erfahrungen, unter anderem während der U-Haft. Mit Beispielen aus den Akten und Gerichtsprotokollen werden die Arbeit der „Soko Pelztier“ und der Prozess am Landesgericht Wr. Neustadt dargestellt. In einem zweiten Teil zeigen Journalist_innen sowie Wissenschafter_innen die Hintergründe und den politischen Kontext der Repression gegen Kritiker_innen einer tiervernutzenden Industrie auf. Internationale Entwicklungen wie der „Green Scare“ in den USA werden dabei ebenso beleuchtet wie andere Fälle von Anwendungen von „Organisationsparagrafen“ gegen politische Aktivist_innen in Österreich. Ein abschließender dokumentarischer Teil beinhaltet unter anderem Prozesserklärungen von Beschuldigten oder Solidaritäts-Statements.

Die Herausgeber_innen:

Christof Mackinger ist Politikwissenschafter und seit 15 Jahren politischer Aktivist u.a. in der Tierbefreiungsbewegung. Er ist derzeit organisiert bei der Basisgruppe Tierrechte und bei Antirep2008. Er war Angeklagter im §278a-Prozess.In den letzten drei Jahren hat er immer wieder Artikel zum Thema veröffentlicht, u.a. in Derive-Zeitschrift für Stadtforschung, Interface-Journal for and about Social Movements und in Kulturrisse-Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik.

Birgit Pack ist Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Nationalsozialismus und Antisemitismus, Diplomarbeit zum Thema Tierschutz und Antisemitismus. Sie ist mit Unterbrechungen seit rund 15 Jahren im Umweltschutz- und Tierrechtsbereich aktiv, derzeit im Umfeld der Basisgruppe Tierrechte und von Antirep2008.