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Lutz Holzinger / Clemens Staudinger:
Schwarzbuch Raiffeisen
Raiffeisen ist als ehemalige Bauern-Selbsthilfe Genossenschaft – unter Abschottung von der Öffentlichkeit - heute zu einem riesigen Wirtschaftskonglomerat geworden. Der Konzern verfügt über eine Monopolstellung in mehreren Wirtschaftszweigen und spielt die Rolle eines Oligarchen, wenn man darunter die Privatisierung von Volksvermögen versteht. Kein Geschäft ist dem Unternehmen fremd: Ausgehend von der führenden ökonomischen Rolle in der Landwirtschaft umfassen seine Aktivitäten Nahrungsmittel und Saatgut, Banken und Versicherungen, Medien und Immobilien, Baufirmen und Stahlwerke.
Eine Besonderheit der Firma: Top-Funktionäre sitzen in Parlament und Landtagen, Kammern und Ministerien, Bundes- und Landesregierungen und können Raiffeisen relevante Gesetzesvorhaben vorbereiten und beschließen. Statt Lobbyismus wird der direkte Eingriff in die Beschlussvorgänge der repräsentativen Demokratie praktiziert.
Im »Schwarzbuch Raiffeisen« gehen Lutz Holzinger und Clemens Staudinger der Geschichte der Genossenschaft von der Bauernbefreiung bis zur Gegenwart nach, rekonstruieren die Verfassung und Realverfassung dieser Vereinigung und skizzieren detailliert ihre wirtschaftliche und politische Macht. Ergebnis der Recherchen ist das Porträt einer einzigartigen Zusammenballung von ökonomischem und gesellschaftlichem Einfluss. Das Verhältnis des Konzerns zu Demokratie und Kontrolle wird zur Debatte gestellt.
228 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
16.90 €
ISBN: 978385476-622-3
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PUN, Ngai / LU, Huilin / GUO, Yuhua / SHEN, Yuan
iSlaves
Ausbeutung und Widerstand in Chinas Foxconn-Fabriken
Der taiwanesische Konzern Foxconn beschäftigt allein in China mehr als eine Million Menschen. Als weltweit größter Auftragsfertiger für Elektronik produziert Foxconn für Apple und andere Marken. Foxconns ArbeiterInnen sind die iSlaves, die unsere Kommunikationsspielzeuge wie iPhones und iPads unter miesen Bedingungen herstellen müssen.
2010 kam es in den chinesischen Fabriken zu einer Serie von Selbstmorden. Pun Ngai und andere chinesische WissenschaftlerInnen und AktivistInnen analysierten daraufhin die Arbeitsbedingungen und veröffentlichten ihre Ergebnisse 2011 in einem Buch, das jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt.
Das Buch besteht aus Erzählungen von ArbeiterInnen und analytischen Kapiteln der AutorInnen, die einen Einblick in das System Foxconn bieten. Die ArbeiterInnen schildern die Verlagerung ihrer Fabriken ins chinesische Hinterland, ihre fortgesetzte Ausbeutung, den Einsatz »billiger« PraktikantInnen, die Vertuschung der vielen Arbeitsunfälle und das militärische Fabrikregime.
Das Buch liefert neues Material gegen die heile Welt der digitalen Konzerne Foxconn, Apple und Co. und fordert unsere solidarische Unterstützung des Widerstandes der ArbeiterInnen in China ein.
264 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-620-9
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SOXBERGER, Thomas
Revolution am Donaukanal
Jiddische Kultur und Politik in Wien 1904 bis 1938
Ein »Zentrum jiddischer Kultur« sollte Wien in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts nach den Vorstellungen einer dort ansässigen Gruppe jiddischer SchriftstellerInnen und PublizistInnen werden.
Die jiddische Sprache und Kultur war für Jiddischisten der Schlüssel zur Zukunft des jüdischen Volkes. Sie engagierten sich daher in den revolutionären Kämpfen für jene neue, gerechtere Weltordnung, die sie als Resultat des Zusammenbruchs der alten monarchischen Regimes Europas erhofften. Besonders aufmerksam verfolgte man die Entwicklungen in Osteuropa, insbesondere in der jungen Sowjetunion, wo die »Kulturautonomie« die Lösung der »jüdischen Frage« bieten sollte.
Thomas Soxberger rekonstruiert die verschollene Kulturgeschichte des Jiddischen in Wien und stellt sie in den historisch-politischen Kontext des Ersten Weltkriegs und der Zwischenkriegszeit – bis in die 1930er Jahre, als in einem Klima zunehmender politischer Repression die jiddischen Kulturschaffenden erkennen mussten, dass sie mit ihren Bemühungen auf verlorenem Posten standen.
248 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-612-4
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FEICHTINGER, Johannes / HEISS, Johann (Hg.)
Geschichtspolitik und “Türkenbelagerung”
Die Osmanen stellten vom 15. bis zum 18. Jahrhundert in weiten Teilen Europas eine reale Bedrohung dar. Siege gegen sie blieben selten, diese wurden allerdings erinnerungswirksam gefeiert. Die »Rettung« von Wien 1683 zeigt die mediale Bandbreite, mit der die Erinnerung an Bedrohung und Sieg wach und lebendig erhalten wurde: Tragödien und Komödien, Opern und Triumphzüge wurden ebenso eingesetzt wie Prozessionen, Feuerwerke, Kriegsspiele und Medaillenprägungen. Dabei wird auf bewährte ältere Vorbilder zurückgegriffen, aber auch das zukünftige Gedenken richtungweisend beeinflusst.
Das Buch ist der erste von zwei Bänden mit kritischen Studien zur »Türkenbelagerung« und spannt einen Bogen von den europaweiten Anfängen des Erinnerns an die »Türkenbelagerung« bis zu regionalen Ausprägungen in der Gegenwart, nicht zuletzt auch der zeitgenössischen politischen Indienstnahme der historischen Erzählungen.
Im Frühjahr 2013 wird der zweite Band erscheinen. Er setzt sich mit den unterschiedlichen historischen Projektionen und Konnotationen des Feindbildes »Türken« auseinander.
358 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-613-1
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Michael Genner
Verleitung zum Aufstand
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Ein Versuch über Widerstand und Antirassismus
Michael Genner schreibt über seinen jahrzehntelangen Versuch, Verfolgte zu schützen, Menschenrechte zu verteidigen: von der »Spartakus«Kampagne »Öffnet die Heime« bis zur Flüchtlingshilfe bei »Asyl in Not«.
Diese Kämpfe langer Jahre schildert Genner anhand vieler »Einzelfälle«: er erzählt von Jugendlichen auf der Flucht vor dem Erziehungsheim, von Asylsuchenden, denen die Abschiebung droht, von rassistischen BeamtInnen und Apartheidgesetzen. Er beschreibt Mechanismen des Unrechts und nennt dessen AkteurInnen beim Namen.
Genners Buch ist daher nicht nur autobiographisch, sondern dokumentiert den antidemokratischen Ungeist, der seit jeher die politischen und gesellschaftlichen Strukturen dieses Landes durchdringt. Es zeigt aber auch, dass Widerstand Erfolg haben kann, und welche Methoden zum Ziel führen. Daher gibt sein Buch, trotz den darin beschriebenen Schrecknissen, den LeserInnen Hoffnung. Es ist eine Verleitung zum Aufstand gegen eine unmenschliche Politik.
256 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-616-2
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Silvia Federici
Caliban und die Hexe
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Caliban und die Hexe ist eine Geschichte des weiblichen wie auch des kolonialisierten Körpers während des Übergangs zum Kapitalismus. Ausgehend von den Bauernaufständen des späten Mittelalters und dem Aufstieg der mechanischen Philosophie untersucht Federici die kapitalistische Rationalisierung der gesellschaftlichen Reproduktion. Sie zeigt, wie der Kampf gegen den Widerstand von Körper und Geist eine wesentliche Bedingung für zwei grundlegende Prinzipien der gesellschaftlichen Organisation darstellt: die Entwicklung der Arbeitskraft und die Verfügung über das eigene Selbst.
Die anschaulich geschriebene Studie ist eine unverzichtbare Ergänzung der Marxschen Schilderung der “Einhegung” und ein wichtiger Schritt in Richtung eines neuerlichen Nachdenkens über Entstehung und Wesen kapitalistischer Verhältnisse.
316 Seiten
Format 15 x 24
englische Broschur
24.90 €
ISBN: 978385476-615-5
RÖGGLA, Katharina:
INTRO Critical Whiteness Studies
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Dieses INTRO befasst sich mit den von den Critical Whiteness Studies vorgeschlagenen politischen Strategien, um Rassismus nicht nur theoretisch zu erklären sondern aktiv zu bekämpfen. Den Hintergrund dazu bildet die Kategorie des “Weißseins” als normatives und normalisiertes “eigenes” Gegenstück zum beziehungsweise zur nicht-weißen “Anderen”. Es werden sowohl die grundlegenden theoretischen Zugänge dargestellt als auch die politischen Strategien untersucht, mit denen sich eine kritische Theorie in antirassistische Praxis umsetzen lässt.
Der Fokus liegt dabei auf den Schriften der New Abolutionists, die die These vertreten, dass es möglich sei, “Weißsein” freiwillig abzulegen. Des Weiteren wird die Frage behandelt, welche Problematiken bei der Übersetzung der im US-amerikanischen Raum entwickelten Theorie in einen europäischen, insbesondere in einen deutschsprachigen Kontext zu beachten sind. Diese Einführung soll weniger klare und eindeutige Antworten auf politische Fragen geben, sondern vielmehr dazu beitragen, die Critical Whiteness Studies auf ihre politischen Inhalte hin zu untersuchen und kritisches Nachdenken über rassissierte Kategorien zu unterstützen.
132 Seiten
Format 12×19
Taschenbuch
12.00 €
ISBN: 978385476-617-9
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MESSINGER, Irene:
Schein oder nicht Schein
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Schutzehen im Nationalsozialismus ermöglichten Verfolgten die Aus- oder Weiterreise in Exilländer und werden retrospektiv als Formen der Hilfeleistung positiv gesehen. Eine gänzlich andere Bewertung erfahren heute jene Eheschließungen, die den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen legalisieren oder absichern. Als so genannte Aufenthaltsehen stellen sie in Österreich seit 2006 sogar ein strafrechtlichtes Delikt dar.
Wie kam es zur Begriffsverschiebung von Schutz- zur Scheinehe und zu diesem Gesinnungswandel? Welche staatlichen AkteurInnen stehen hinter dieser Kriminalisierung? Wer waren und sind jene Menschen, die solche Ehen eingingen, wer wird gerne als verdächtig konstruiert? Wie kontrolliert die Fremdenpolizei und wie urteilen die Gerichte?
Mit ihrer detaillierten Beschreibung der aktuellen Behörden- und Gerichtspraxen gibt die Autorin praxisnahe Informationen, wie der staatlichen Intervention ins Privat- und Intimleben entgegen getreten werden kann.
“Schein oder nicht Schein” gibt erstmals und auf gut lesbare Weise einen umfassenden Überblick über dieses gesellschaftspolitisch brisante Thema.
280 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-618-6
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EXNER, Andreas / KRATZWALD, Brigitte:
Solidarische Ökonomie & Commons
kritik & utopie INTRO
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Finanz- und Schuldenkrise, KlimaKrise, Krise der Energieversorgung und Hunger – all dies zeigt: Das Marktsystem ermöglicht keine zukunftsfähige Lebensweise. Krisenlösungen müssen einer anderen Logik folgen als der von Konkurrenz, Profit und Wachstum. Die weltweit bereits praktizierten neuen Wirtschafts- und Lebensweisen zeigen, dass es anders geht: Commons und Solidarische Ökonomie sind zwei der Kernbegriffe für diese Nischen abseits von Markt und Staat.
Dieses INTRO ist einerseits eine Momentaufnahme der sich rasch entwickelnden theoretischen Diskussion um gesellschaftliche Alternativen, es werden aber auch die grundlegenden historischen und begrifflichen Eckpunkte der Debatte um ein nicht-profitorientiertes Wirtschaften nachgezeichnet.
138 Seiten
Format 12×19
Taschenbuch
10.00 €
ISBN: 978385476-607-0
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REITTER, Karl: Bedingungsloses Grundeinkommen
kritik & utopie INTRO
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Dieses INTRO führt umfassend in die Debatten um das bedingungslose garantierte Grundeinkommen ein.
Karl Reitter zeichnet die internationale Geschichte der Debatte nach und stellt die unterschiedlichen Zugänge zur Forderung nach einem Grundeinkommen dar. Neben den unterschiedlichen politischen Motivationen der BefürworterInnen wird auch der Kritik des Konzepts ausreichend Platz eingeräumt.
Der Autor verknüpft in seiner Begründung die Forderung nach dem Grundeinkommen mit der Analyse der aktuellen Krisen und gesellschaftlichen Umbrüche. Das Grundeinkommen erweist sich vor diesem Hintergrund als wesentliche Bedingung, die kapitalistische Gesellschaft zugunsten eines solidarischen Gemeinwesens zu überschreiten.
Ein kommentiertes Literaturverzeichnis, ein Überblick über bisherige Versuche, das Grundeinkommen ansatzweise zu realisieren, sowie Informationen über Netzwerke und Organisationen, die für das Grundeinkommen eintreten, komplettieren das Buch.
104 Seiten
Format 12×19
Taschenbuch
10.00 €
ISBN: 978385476-609-4
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HACKER, Hanna: Queer Entwickeln. Feministische und postkoloniale Analysen.
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Dieser Band trägt in feministischer Perspektivierung zu einer kritischen Reflexion globaler Ungleichheit bei. Zur Diskussion gestellt werden aktuelle sozial- und kulturwissenschaftliche Aspekte entwicklungs- und globalisierungskritischer Intervention.
Das Themenspektrum umfasst dabei populäre westeuropäische Fiction ebenso wie Abenteuerstories aus dem britischen Empire, Jacques Derrida in Johannesburg oder Julia Kristeva in China – und schließlich die Erfahrungsräume der Autorin selbst, zwischen Entwicklungspraxis in Westafrika und universitären Kämpfen in Österreich. Hanna Hacker befragt Konzepte aus den feministischen, queeren und postkolonialen Theorien, aus den Critical Whiteness Studies, Border Studies und radikalen Ansätzen der Kritischen Geografie auf ihren Nutzen für ein Verständnis internationaler Ungleichheitsverhältnisse, transkultureller Gewalt und transkulturellem Wissen.
Schwerpunkte bilden die Gegenlektüre von Theorien und Praktiken der Internationalen Zusammenarbeit, der Begriff des Begehrens und Politiken des Erinnerns und der Geschichtsschreibung.
270 Seiten
Format 12×19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-611-7
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PRAGER, Christoph: Ratingagenturen. Funktionsweisen eines neuen politischen Herrschaftsinstruments.
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Im Zuge der europäischen Schuldenkrise seit Ende 2009 zählen Rating-Agenturen zu den prominentesten Neuankömmlingen in der Arena der öffentlichen Wahrnehmung. Es gibt zwar verschiedenste Standpunkte zu ihrer Rolle in der vorherrschenden Krise, doch der maßgebliche Einfluss dieser Institutionen auf die betroffenen Staaten und Finanzmärkte erscheint als unumstritten.
Das Buch stellt erstmals genau die Frage nach dem Ursprung dieses Einflusses, der als explizit politisches Phänomen aufgezeigt wird. Auf welchen historischen und strukturellen Veränderungen basieren solche Einflussnahmen, wie werden sie durch internationale Regulationsmechanismen unterstützt und wie stehen sie schließlich in Zusammenhang mit der Nützlichkeit von Ratings für die Teilnehmer der Finanzmärkte?
Die Schuldenkrise in Griechenland bietet den aktuellen Hintergrund zu der all diese Fragen der politischen Wirkungsmacht der Ratingagenturen in Bezug gesetzt werden.
172 Seiten
Format 12×19
englische Broschur
14.90 €
ISBN: 978385476-610-0
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CLEAVER, Harry: ”Das Kapital” politisch lesen. Eine alternative Interpretation des Marxschen Hauptwerks. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Renate Nahar, herausgegeben von Martin Birkner
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Harry Cleavers Buch erschien erstmals 1979 in englischer Sprache und gilt als zentraler Text der sogenannten “politischen Lesart” des Marxschen Kapitals. Als solcher wurde das Buch im angloamerikanischen Sprachraum breit rezipiert, erfuhr mehrere Neuauflagen und wurde unter anderem ins Türkische und Koreanische übersetzt. Cleaver, der Strömung des autonomen Marxismus nahestehend, entwickelte seinen methodischen Zugang unter anderem im Anschluss an italienische marxistische Denker wie Antonio Negri oder Mario Tronti.
Nach Cleaver stellt das Kapital in erster Linie eine theoretische Waffe der Kämpfe gegen Ausbeutung und Entfremdung dar und nicht eine von sozialen Verhältnissen und Auseinandersetzungen unabhängige wissenschaftliche oder philosophische Arbeit. Dementsprechend ist seine Marxlektüre in größerer Nähe zu sozialen Bewegungen und Klassenkämpfen und an den Veränderungen der Zusammensetzung der ArbeiterInnenklasse angesiedelt als sogenannte “marxologische” wissenschaftliche Forschungsrichtungen. Cleaver entwickelt seine Lesart des ersten Kapitels des Kapitals aus den Grundkategorien – wie jene der Ware und des Geldes -, mit Hilfe derer Marx die elementaren Formen kapitalistischer Herrschaft nachzeichnet.
Die Tatsache, dass Cleavers Buch bereits vor über 30 Jahren erstmals veröffentlicht wurde, hat der analytischen Schärfe des Textes keinen Abbruch getan; für die deutsche Ausgabe verfasste Harry Cleaver ein ausführliches Vorwort, in dem er sowohl auf die Rezeptionsgeschichte seines Buches als auch auf die aktuelle Krise des Kapitalismus näher eingeht.
286 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-604-9
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GANGULY, Sanjoq: Forumtheater und Demokratie in Indien. Herausgegeben und übersetzt von Birgit Fritz
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Indische Theaterarbeit zwischen Marx und Vivekananda: Das Theater der Unterdrückten wurzelt im Lateinamerika der 1960er und 70er Jahre. Es hat nicht nur vergangene Diktaturen erfolgreich überlebt, sondern meistert nun auch den Sprung ins 21. Jahrhundert. Das friedensfördernde, demokratisierende »Menschenrechtstheater« wird aktuell auf allen Kontinenten und in vielen Ländern, von Singapur bis nach Kolumbien, praktiziert.
Die indische Theaterbewegung Jana Sanskriti und ihr Gründer Sanjoy Ganguly stellen dabei laut Augusto Boal (dem Begründer der Methode), die wichtigsten außerbrasilianischen Exponenten dar. Mit einer direkten und informellen, jedoch sehr reflektierenden Art beschäftigt sich dieses Buch mit Fragen der Macht und Hierarchie, Bildungsmodellen und Demokratie, sowie dem Verstehen und der Umsetzung einer performativen Ästhetik eines »Theater als Politik«.
Mit einleitenden Texten von Gerald Faschingeder, Birgit Fritz und dem englischen Herausgeber Ralph Yarrow.
268 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19,90 €
ISBN: 978385476-605-6
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SOMMER, Robert: Wie bleibt der Rand am Rand. Reportagen vom Alltag der Repression und Exklusion
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Das System, das sich weltweit durchgesetzt hat, wäre nicht stabil, wenn es nicht ständig einen ausreichend breiten sozialen Rand reproduzierte. Eine soziale Schicht nämlich, deren Integration – entgegen jeder politischen Rhetorik – nicht vorgesehen ist.
Der Autor Robert Sommer, Mitbegründer und Blattmacher der Wiener Straßenzeitung Augustin, »sammelte« die Techniken des Ausschlusses und der Stigmatisierung, soweit er sie in den bisher 16 Jahren des Bestehens des Augustin-Projekts durchschauen lernte.
Jedes Kapitel, jede Reportage in diesem Buch widmet sich einer spezifischen Methode, Integration zuverlässig scheitern zu lassen: die Methoden der staatlichen Strafe, der Dauerentwürdigung von Menschen in Heimen aller Art, der »sozialen Säuberung« kommerzorientierter Stadtzonen, der Pathologisierung normabweichenden Verhaltens, der Kriminaliserung des Bettelns etc.
Robert Sommer fügte seinen Erfahrungen über die »Phantasie« und die »Kreativität«, mit der die systembewahrenden Kräfte ihr Handwerk der Stigmatisierung und des Ausschlusses betreiben, den im deutschen Sprachraum nur wenig rezipierten Analysen vorwiegend französischer Sozialwissenschaftler bei. Diese stellen mit ihrer These von existenzieller systemischer Relevanz einer nicht integrierbaren Randschicht eine Herausforderung für Theorie und Praxis der sozialen Arbeit in Österreich dar.
152 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
9.90 €
ISBN: 978385476-606-3
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FOLTIN, Robert:
Und wir bewegen uns noch. Zur jüngeren Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich
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Motiviert durch die Intensität der universitären Protestbewegungen im Herbst 2009, aber auch von internationalen Aufständen und Revolten, zeichnet der Band von Robert Foltin die jüngere Geschichte sozialer Bewegungen in Österreich nach. Das kapitalistische Weltsystem veränderte sich in den letzten Jahren durch eine Verschiebung der ökonomischen und politischen Gewichte in Richtung globaler Süden. Die Krise nationalstaatlichen Repräsentationsformen setzte sich auch hier fort und – oft wenig spektakulär – bereiteten neue Aktivitäten und Initiativen die künftigen Bewegungen vor.
Eine neue Hausbesetzer_innenbewegung, queer-feministische Aufbrüche, Widerstände im Sozial- und Bildungsbereich und andere waren nur Vorläufer für die Revolten im Herbst 2009. Diese muss auch als Teil einer neuen internationalen revolutionären Entwicklung gesehen werden, die ihren Ausdruck in den weltweiten Bildungsprotesten findet, aber auch in Aufständen wie etwa 2008 in Griechenland oder 2011 (nicht nur) im arabischen Raum. Die Kommunikation und Zusammenarbeit läuft – wie 1968 – weniger über formale Organisierung, sondern durch Resonanz und inhaltlichen Austausch. Paradigmatisch dafür war die studentische Bewegung in Österreich, die durch internationale Kämpfe beeinflusst wurde und umgekehrt auf Universitäten in ganz Europa und darüber hinaus ausstrahlte.
Aus dem Blickwinkel der emanzipatorischen Bewegungen entwirft der Autor ein Bild gesellschaftlicher Veränderungen – nicht nur in Österreich.
288 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
15.00 €
ISBN: 978385476-602-5
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EXNER, Andreas / FLEISSNER, Peter / KRANZL, Lukas / ZITTEL, Werner (Hg.):
Kämpfe um Land.Gutes Leben im post-fossilen Zeitalter
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2008 zeigte sich die harte Realität der kapitalistischen Ökokrise: steigende Preise bei Erdöl und Nahrungsmitteln und ein weiterer Schub der Verelendung, der die Hoffnung auf allgemeinen Wohlstand durch Wirtschaftswachstum immer unglaubwürdiger macht. Energie- und Nahrungsmittelpreise steigen seit 2010 erneut, der “unterirdische Wald” in Form von Erdöl ist zur Hälfte “abgeholzt”. Für das energiehungrige Kapital wird nun der Zugang zu Land entscheidend, die nutzbare Erdoberfläche ist jedoch begrenzt und für Menschen im Süden eine Überlebensgrundlage.
Eine Welle neuer Landnahmen für biogene Kraftstoffe, Nahrungsmittel für den Milch- und Fleischkonsum westlicher Prägung hat deshalb katastrophale Auswirkungen: Die Lebensperspektiven ganzer Bevölkerungsgruppen werden zugunsten von Automobil, Fleisch & Co. zerstört. Eine Alternative ist möglich: Sie besteht in solidarischen Ökonomien und sozialen Innovationen. Energie, Rohstoffe und Nahrung sind möglichst versorgungsnah herzustellen. Landnutzung sollte gemeinschaftlich reguliert werden, wobei das Recht auf Nahrung im Zentrum stehen muss. Das Buch basiert auf einem Projekt des Österreichischen Klima- und Energiefonds und vermittelt neueste Forschungsergebnisse zu Ressourcen, Krise und Alternativen in klar verständlicher Sprache.
mit Texten von: Elmar Altvater, Andreas Exner, Peter Fleissner, Margot Geiger, Gerald Kalt, Lukas Kranzl, Christian Lauk und Werner Zittel
254 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-603-2
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Arbeitskreis gegen den kärntner Konsens (Hg.):
Friede, Freude, deutscher Eintopf. Rechte Mythen, NS-Verharmlosung und antifaschistischer Protest
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Die Beiträge zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur fokussieren auf die spezifische Situation in Kärnten/Koroska und das umstrittene Ulrichsbergtreffen, eines der größten Treffen von Veteranen der nationalsozialistischen Wehrmacht und (Waffen-)SS in Europa. Ausgehend davon werden unterschiedliche Facetten des österreichischen Umgangs mit der jüngeren Geschichte sichtbar gemacht.
Ab 2005 fanden jährlich Gegenveranstaltungen – unter anderem in Form von Zeitzeug_innengesprächen, Stadtspaziergängen und Demonstrationen – statt. Dass 2009 das Bundesheer seine Unterstützung des Ulrichsbergtreffens zurückzog und die geplante 50 Jahr-Feier daraufhin abgesagt wurde, ist als Erfolg dieser Protestaktivitäten zu werten.
Der Bogen der Beiträge reicht von einer Auseinandersetzung mit den Traditionsbezügen des Bundesheeres und deren Veränderung in den letzten Jahren, über die spezifisch kärntnerslowenische Geschichte von Widerstand und Verfolgung, bis zur kaum diskutierten Frage nach dem Andenken von NS-Täter_innen in der Wissenschaft. Ausgehend von den verdrängten Geschichten unterschiedlicher Opfergruppen werden verschiedene Aspekte der nationalsozialistischen Ideologie, Politik und Verfolgung an Hand des regionalen Kontexts deutlich gemacht. Die Thematisierung des Zusammenhangs von Desertion und Partisan_innenkampf bereichert die Debatte um die Opfer der NS-Militärjustiz um eine zusätzliche Facette. Mit kritischem Blick und auf Basis umfangreicher Recherchen leistet die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Analyse österreichischer Geschichtspolitik.
Nähere Informationen zum Buch finden sich unter http://www.u-berg.at/
420 Seiten
Format 12 x 19
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-601-8
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Christof Mackinger und Birgit Pack (Hg.):
§278a: Gemeint sind wir alle. Der Prozess gegen die Tierbefreiungs-Bewegung und seine Hintergründe
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400 Seiten, € 16,90
ISBN 978-3-85476-600-1
Soeben erschienen & HIER bestellbar!
Wider die Kriminalisierung sozialer Bewegungen!
Exzessive Überwachung, monatelange U-Haft und offensichtlich konstruierte Vorwürfe: Wegen der „Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation“ standen 13 Tierrechtsaktivist_innen in einem der größten und kontroversesten Prozesse Österreichs vor Gericht.
Im Buch zum Prozess berichten Betroffene von ihren Erfahrungen, unter anderem während der U-Haft. Mit Beispielen aus den Akten und Gerichtsprotokollen werden die Arbeit der „Soko Pelztier“ und der Prozess am Landesgericht Wr. Neustadt dargestellt. In einem zweiten Teil zeigen Journalist_innen sowie Wissenschafter_innen die Hintergründe und den politischen Kontext der Repression gegen Kritiker_innen einer tiervernutzenden Industrie auf. Internationale Entwicklungen wie der „Green Scare“ in den USA werden dabei ebenso beleuchtet wie andere Fälle von Anwendungen von „Organisationsparagrafen“ gegen politische Aktivist_innen in Österreich. Ein abschließender dokumentarischer Teil beinhaltet unter anderem Prozesserklärungen von Beschuldigten oder Solidaritäts-Statements.
Die Herausgeber_innen:
Christof Mackinger ist Politikwissenschafter und seit 15 Jahren politischer Aktivist u.a. in der Tierbefreiungsbewegung. Er ist derzeit organisiert bei der Basisgruppe Tierrechte und bei Antirep2008. Er war Angeklagter im §278a-Prozess.In den letzten drei Jahren hat er immer wieder Artikel zum Thema veröffentlicht, u.a. in Derive-Zeitschrift für Stadtforschung, Interface-Journal for and about Social Movements und in Kulturrisse-Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik.
Birgit Pack ist Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Nationalsozialismus und Antisemitismus, Diplomarbeit zum Thema Tierschutz und Antisemitismus. Sie ist mit Unterbrechungen seit rund 15 Jahren im Umweltschutz- und Tierrechtsbereich aktiv, derzeit im Umfeld der Basisgruppe Tierrechte und von Antirep2008.

















